Laut Schätzungen des WWF enthält ungefähr jedes zweite Produkt im Supermarkt Palmöl. Das ist nicht nur extrem viel, es zieht auch große negative Folgen für unseren Planeten Erde und seine Bewohner mit sich, wenn wir mit diesem Rohstoff so unbedacht umgehen.

Die Ölpalme

Ihren Ursprung hat sie als Nutzpflanze im westafrikanischen Regenwald. Mittlerweile wird sie in nahezu allen Tropenregionen angebaut. Die EU ist mit 5,67 Mio. Tonnen (Stand: 2017) nach Indien, Indonesien und China der größte Palmöl-Verbraucher. Davon importiert Deutschland 1,3 Mio. Tonnen. Obendrein werden nochmal 4 Mio. Tonnen Palmkernöl weltweit gehandelt, von denen Deutschland 330.000 Tonnen für sich beansprucht. Somit ist Deutschland einer der größten Palmöl-Verbraucher Europas.

Geerntete Früchte der Ölpalme auf Holz
© feelphotoz @ pixabay | Früchte der Ölpalme

Aber wofür brauchen wir überhaupt so viel?

Ungefähr 2/3 des in die EU importierten Palmöls werden für Autotanks und Kraftwerke verwendet. Das Segment Nutztierfuttermittel beteiligt sich mit 13 % (Stand: 2017) am Gesamtverbrauch. Das beides zusammen macht schon mal einen sehr großen Anteil aus.

Palmöl ist aber ein extrem vielseitiger Rohstoff und lässt sich daher in vielen weiteren Produkten anfinden. In unseren Lebensmitteln finden wir es aufgrund seiner zarten Streichfähigkeit und Geschmacksneutralität so häufig. So gut unsere Margarine auf dem noch warmen Sonntagsbrötchen zerschmelzen soll, so gut sollen sich auch unsere Kosmetikprodukte auf der Haut verteilen lassen. Daher findet man auch hier eine große Menge Palmöl.

Wenn die oben aufgezählten positiven Eigenschaften noch nicht reichen, kommt nun das vermutlich überzeugendste Argument: der Ertrag der Ölpalme. Dieser ist nämlich enorm hoch – durchschnittlich 3,69 Tonnen pro Hektar. Das macht die Ölpalme ganz klar zur Gewinnerin unter den Ölpflanzen. So kommt auch ein entsprechend niedriger Preis zustande, was den Rohstoff aus kommerzieller Sicht sehr attraktiv macht.

So viele gute Eigenschaften. Wo ist das “Aber”?

Blick von oben auf eine Palmölplantage
© Pok Rie @ pexels | Die Monokultur macht es anderen Pflanzen quasi unmöglich, hier zu wachsen.

Schön, dass ihr euch das fragt. 😉 Die Antwort ist nämlich ganz einfach: Die unwiderrufliche Rodung der jahrhundertealten Regenwälder. Da unsere Mutter Natur aber ein ausgeklügeltes Zusammenspiel unzähliger Faktoren ist und nichts ohne Folgen und Auswirkungen geschieht, bleibt es natürlich nicht bei dieser schlichten Antwort.

Durch die Rodungen werden seltene Tier- und Pflanzenarten aus ihrem langjährigen Lebensraum verdrängt. Das beschleunigt ein ohnehin großes Problem der Klimakrise – das Artensterben. Die Fläche wird radikal abgebrannt, was einen hohen CO2-Ausstoß zur Folge hat. Der Regenwald ist nämlich ein wichtiger Speicher dieses Gases – genauso wie die Torfböden, die allerdings für die Ölpalmen trockengelegt werden.

Ist erstmal alles plattgemacht, werden die Monokulturen mit Mengen an Pestiziden versorgt. Das hat für alle Beteiligten Folgen – von Tier über Mensch bis Umwelt.

Auch die soziale Problematik sollte nicht außer Acht gelassen werden. Da mit steigender Nachfrage logischerweise mehr Fläche benötigt wird, werden Kleinbauern und indigene Bevölkerungsgruppen vertrieben. Menschenrechtsverletzungen und Kinderarbeit sind leider auch keine Seltenheit.

Die Lösung

Nun könnte man dilettantisch sagen, dass ein gänzlicher Verzicht auf Palmöl und das Ersetzen durch andere pflanzliche Öle die Lösung wäre. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) äußert dabei allerdings Bedenken: Der Ersatz durch z.B. Kokos- oder Sojaöl ist keine lösungsbringende Alternative, da die Problematik lediglich verlagert oder je nach Erzeugungsstandards sogar verschlimmert wird. Die Ölpalme ist nun mal die ertragsreichste und somit flächeneffizienteste Frucht zur Ölproduktion. Aber was können wir dann tun?

Achte auf eine nachhaltige Bewirtschaftung. Einen entsprechenden Hinweis findest du bei den Inhaltsstoffen. Sodasan macht das beispielweise bei ihren Handseifen auch so. Ansonsten helfen dir entsprechende Labels dabei. Das sind folgende: RSPO, Rainforest Alliance, RSB, ISCC PLUS und POIG.

Tukan an einer Wasserschale
© Cesar Aguilar @ pexels | Der Lebensraum des Tukan ist durch die Rodung zugunsten der Ölplantagen bedroht.

Also nochmal zusammengefasst: Es sollte nicht gänzlich auf Palmöl verzichtet werden. Der weltweite Konsum muss aber reduziert werden. Und wenn Palmöl verwendet wird, solltest du auf den nachhaltigen Anbau achten. Für beides ist natürlich die Zutatenliste deine erste Anlaufstelle! Da stehen allerdings teilweise so verrückte Wörter, die könnten alles bedeuten. Utopia hat dir dafür eine Liste zusammengestellt, die Licht ins Dunkle bringt: https://utopia.de/ratgeber/palmoel-vermeiden/

Ansonsten ist die App CodeCheck stets ein treuer und hilfreicher Begleiter.

Wir verzichten auf Palmöl

Wir haben nun unsere erste eigene Smooth Panda Handseife im Sortiment – und verzichten gänzlich auf das Palmöl. Nach einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema haben wir uns dafür entschieden, so unseren Teil dazu beizutragen, den weltweiten Konsum des Palmöls zu verringern. Wir greifen daher auf hochwertiges Kokos- und Olivenöl zurück, das deine Haut auch noch nach dem Händewaschen pflegt.

Den Seifenwürfel findest du in den Duftrichtungen “Orangenhain” und “Kräuterwiese” in unserem Shop.