Licht an, Tür zu, Welt aus, und ab aufs Klo. Die Toilette ist als einsamer Rückzugsort für viele mehr, als nur ein Ort um sich zu erleichtern. Im Großraumbüro, auf der langen Zugfahrt oder im überfüllten Haus bei der Familienfeier – das Badezimmer ist ein Ort der Stille und der Ruhe, in der man durchatmen und für sich sein kann.

Doch das war nicht immer so. Denn schon vor gut 2000 Jahren im alten Rom soll es Toiletten gegeben haben: sogenannte Latrinen, die bereits damals an einen Wasserkanal angeschlossen waren. Von Privatsphäre oder Rückzugsort konnte damals jedoch noch nicht die Rede sein, da auf den Latrinen zahlreiche Leute nebeneinander einen Platz finden konnten. Für einen kleinen Preis soll so ein Großteil der Bevölkerung diese öffentlichen Toiletten besucht haben. Mit zusammengeraffter Toga saßen Männlein und Weiblein über den kleinen Löchern beisammen und machten ihre Geschäfte – und zwar wortwörtlich. Denn gerade Kaufleute nutzten vermutlich die Gunst der Stunde und handelten und schlossen Geschäfte ab, während sie auf der Latrine saßen. Daher soll auch unsere Redewendung von „einem Geschäft machen“ kommen. Genauso wurde, wenn es mal länger dauerte, gespielt oder ein Plausch abgehalten – was man auf dem Klo eben so macht, wenn es noch keine Smartphones gibt!

Um auf den Straßen des römischen Reichs für Ordnung zu sorgen, sollen an den Wänden die folgenden Worte geprangt haben: „Cacator cave malum! Aut si contempseris, habeas Jovem iratum – zu deutsch: Hüte Dich, auf die Straße zu kacken! Sonst wird Dich Jupiters Zorn treffen“.