Earth Overshoot Day

Der 22. August markiert den Earth Overshoot Day 2020. Den Tag, an dem wir die Ressourcen, die in 365 Tagen erneuert werden können, verbraucht haben.

Erdüberlastungstag. Was bedeutet das?

Dieser Tag zeigt an, wann die natürlichen Ressourcen verbraucht sind, die die Erde in einem Jahr erneuern kann. Ab jetzt leben wir „auf Pump“. Unser ökologischer Fußabdruck ist 1,6x so groß wie er sein dürfte. Es liegt auf der Hand, dass das nicht ewig so funktionieren kann.

Doch es gibt Hoffnung

Seit Beginn der Überlastung in den 70er Jahren hat sie kontinuierlich zugenommen. 2020 verschiebt sich der Termin erstmals um ganze 3 Wochen nach hinten, die Überlastung ist also geringer als im Vorjahr. Die Auswirkung der Pandemie haben gezeigt, dass es möglich ist, seinen ökologischen Fußabdruck kurzfristig signifikant zu verringern.

Was können wir tun?

Ernährungsgewohnheiten anpassen

Weniger Fleisch und tierische Produkte essen. Die Produktion von Fleisch ist enorm ressourcenintensiv und das ist nur logisch. Die Tiere müssen monatelang ernährt werden, um ein Stückchen Fleisch „zu liefern“. Mit Nahrungsmitteln, die wir auch einfach direkt selbst essen könnten. Bei der Produktion von 1 kg Rindfleisch fallen beispielsweise 12,29 kg CO2 an, während bei der Produktion von 1 kg Reis lediglich 3,05 kg CO2 entstehen. Die CO2-Emissionen pro Lebensmittel kannst du hier berechnen lassen.

Auch Lebensmittel, die mit künstlichen Hilfsmitteln außerhalb der Saison oder in weit entfernten Gebieten angebaut und um die halbe Welt transportiert werden, setzen dem Klima zu. Hier gilt: Lieber regional und saisonal einkaufen. Erdbeeren im Februar müssen nicht sein, genauso wenig wie Wassermelonen aus Brasilien, wenn es sie auch aus Spanien gibt.

(C) Markus Spiske | "Frag nicht, was dein Planet für dich tun kann. Frag, was du für deinen Planeten tun kannst."

© Markus Spiske | „Frag nicht, was dein Planet
für dich tun kann. Frag, was du für deinen
Planeten tun kannst.“

Nachhaltig reisen

Fliegen ist CO2-intensiv, das ist bekannt. Dass Flüge ganz aus unserem Leben verschwinden, allerdings relativ utopisch. Reisen bereitet Freude, bildet und schafft Verständnis. Zudem sind viele Regionen der Welt auf den Tourismus angewiesen. Daher sollten Reiseziel und -dauer mit Bedacht gewählt werden. Lieber drei Wochen durch Thailand reisen als mehrere Kurztrips von wenigen Tagen zu unterschiedlichen Zielen. Shoppingtrips nach Amerika, Partywochenende auf Mallorca oder Inlandsstrecken, die mit dem Zug zurückgelegt werden können, sollten tabu sein.

Wenn die Entscheidung für einen Flug gefallen ist, kann man zumindest seine negativen Umweltauswirkungen kompensieren. Verschiedene Unternehmen investieren euren Kompensationsbeitrag in Projekte, die der Umwelt zugute kommen und so die durch den Flug entstandenen Schäden ausgleichen. Hier findet ihr eine Liste von Anbietern.

Und: Auch Deutschland und Europa haben wunderschöne Plätze, die entspannt mit Zug, Auto oder Camper erreicht werden können. Wie wäre es mit einem Roadtrip durch die Niederlande? Oder einer Reise nach Budapest – mit dem Nachtzug? Nachtzüge aus Deutschland und Österreich findet ihr hier.

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© Rauf Allahverdiyev | Übriges Essen kann über Fairteiler weitergegeben werden

Lebensmittelverschwendung reduzieren

Jede*r Deutsche wirft im Jahr durchschnittlich 75 kg Lebensmittel in den Müll. Und zwar nicht nur schnell verderbliche Speisen wie Fisch oder Milchprodukte, sondern auch Backwaren, Fertiggerichte oder Gemüse. Weltweit werden knapp 30 % der Anbauflächen völlig umsonst bewirtschaftet, weil ihr Ertrag ungenutzt im Eimer landet. Wir müssen wieder mehr Wertschätzung für Nahrungsmittel lernen. Das Planen der Mahlzeiten, Einkaufszettel und gut sichtbare Vorräte helfen, den Überblick zu behalten. Weitere Tipps hat die Verbraucherzentrale gesammelt. Sollte sich abzeichnen, dass man es nicht schafft, Lebensmittel rechtzeitig zu verzehren, kann man sie weitergeben. In vielen Städten wurden dazu öffentlich zugängliche Kabinen eingerichtet, sogenannte Fairteiler, in denen Lebensmittel abgegeben oder abgeholt werden können. Mehr dazu bei Foodsharing.

Bewusst konsumieren

Was auch immer wir kaufen, hat (zumeist negativen) Einfluss auf die Umwelt. Verschmutzte Gewässer, verpestete Luft, zerstörte Lebensräume, CO2-Emissionen… Denken wir lieber zwei Minuten länger nach, bevor wir einen Impulskauf tätigen. Brauche ich das wirklich? Wenn ja, kann ich es mir leihen, gebraucht kaufen oder vielleicht eine nachhaltige Variante wählen? Mit unseren Kaufentscheidungen können wir das Verhalten der Industrie maßgeblich mitbestimmen, denn hergestellt wird nur, was sich verkaufen lässt. Wie heißt es so schön: Dein Kassenbon ist ein Stimmzettel.

Nachhaltige Transportmittel nutzen

Der  Sektor Verkehr ist der drittgrößte Verursacher von Treibhausgasen in Deutschland. 2018 war er laut Umweltbundesamt für ganze 19 % verantwortlich.
Also einfach mal alte Gewohnheiten hinterfragen. Für den Einkauf beim Markt um die Ecke oder die kurze Strecke zur Arbeit muss es nicht immer das Auto sein, oft reicht auch das Rad – und sorgt gleich für die nötige Bewegung und ein gutes Wohlbefinden. In die Innenstadt lässt es sich wunderbar mit Bus oder Bahn fahren, dann entfällt sogar die lästige Parkplatzsuche. Inlandsflug? Lieber eine Mitfahrgelegenheit suchen oder die Bahn nehmen. Rechnet man Anfahrt zum Flughafen, Parkplatzsuche und Wartezeiten mit ein, sind die umweltfreundlicheren Alternativen oft sogar schneller als der Flieger.

Weitere wichtige Infos und Tipps zum Thema findet ihr zum Beispiel hier:

overshootday.org
wwf.de/earth-overshoot-day
klimaohnegrenzen.de

#movethedate

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© Zichuan Han | Rad und Bahn statt Auto,
vor allem in der Stadt