Auf die Frage „Wo geht es dieses Jahr hin?“ sind die Antworten oft nicht mehr Norderney oder der Schwarzwald, sondern Bali, Tokio und Südafrika. Durch Billig-Airlines und vielversprechende Angebote im Internet ist die ganze Erde nur noch einen Knopfdruck und ein paar Flugstunden weit entfernt. Hohe Berge wollen bestiegen und einsame Strände erkundet werden, denn nichts ist beeindruckender, als fremde Länder mit ihren spannenden Kulturen und einzigartigen Landschaften zu erkunden. Doch der Nachteil: unsere Flugreisen sind ein Klimakiller, denn Flugzeuge erzeugen Treibhausgase, Lärmemissionen und Schadstoffe.

Die Frage ist deshalb: Wie schaffe ich es möglichst emissionsarm zu reisen?

1. Emissionen ausgleichen

Manchmal sind Flugreisen zwingend erforderlich, um gewisse Destinationen zu erreichen. Um die dabei entstandenen Emissionen wieder auszugleichen, gibt es die Möglichkeit der CO2 Kompensation. Über verschiedene Organisationen, wie zum Beispiel ‚atmosfair‘, mit denen auch wir unsere Transportemissionen kompensieren, kann man seine Flugemissionen berechnen und anschließend, durch die Unterstützung von Klimaschutzprojekten, wieder ausgleichen. Wichtig ist bei der Auswahl der passenden Organisation, darauf zu achten, dass die Treibhausgasemissionen realistisch berechnet werden und die Klimaschutzprojekte von hoher Qualität sind. ‚The Gold Standard‘ ist ein Zertifikat einer Non-Profit-Zertifizierungsorganisation, auf das ihr bei eurer Auswahl achten solltet.

2. Reisen mit dem Schlafzug

Oft wirkt das Flugzeug als attraktivste Möglichkeit, schnell von A nach B zu kommen. Niemand sitzt gerne stundenlang in einem stickigen Abteil, um dann schlecht gelaunt und gestresst am Zielort anzukommen. Für weitere Strecken empfiehlt sich deshalb der Schlafzug, denn damit beginnt schon mit der Fahrt euer Reiseabenteuer und ihr kommt ausgeschlafen am Zielort an.

Schlafzüge verkehren zum Beispiel nach Paris, Budapest oder Rom und sind, wenn man früh genug bucht, relativ preiswert. Es gibt die Möglichkeit in ganz normalen Sitzwagons zu fahren oder in sogenannten Liegewagen, bei denen ihr in einem 4er bis 8er Abteil eine eigene Liege mit Laken und Decke bekommt. Am komfortabelsten, aber natürlich auch am teuersten, ist der Schlafwagen. Weiße Federbetten warten in einem privaten Abteil auf euch, aus denen ihr am Morgen ausgeruht aufwacht und euer im Preis inkludiertes Frühstück serviert bekommt. Das klingt doch nach einer angenehmen Art zu Reisen, oder?

Natürlich ist auch das Bahnfahren nicht komplett emissionsfrei – im Gegensatz zum Fliegen ist es jedoch definitiv die umweltschonendere und gleichzeitig komfortablere Alternative. Und wer möchte nicht mit derartigen Ausblicken belohnt werden?

3. Fernbusreisen

Spätestens mit Flixbus hat die Deutsche Bahn einen echten Konkurrenten bekommen, da der Fernreisebus, wenn er voll besetzt ist, nicht nur eine bessere CO2-Bilanz besitzt als der Zug, sondern dazu meist auch günstiger ist. Für den kleinen Geldbeutel, dem es vor allem wichtig ist, einfach am Zielort anzukommen, auch wenn das bedeuten kann, für ein paar Stunden in einem recht engen Bus eingepfercht zu sein, ist der Fernreisebus die richtige Wahl. Beim Buchungsvorgang können am Schluss über ‚atmosfair‘ direkt die Emissionen ausgeglichen werden, die mit der Busreise verursacht werden.

4. Urlaub in der Umgebung

Die einfachste Art, Emissionen beim Reisen zu verringern, ist es, die Reiseentfernung möglichst gering zu halten. Urlaub in der Umgebung klingt für die Meisten jedoch erst mal nicht besonders verlockend. Doch eure Gegend hat meist mehr zu bieten, als man vielleicht denkt. Eine mehrtägige Radtour mit Freunden, oder eine Kanutour mit Camping über die Flüsse in eurer Umgebung ist eine wunderbare Gelegenheit umweltfreundlich und vor allem günstig eure Region zu erkunden. Ein weiterer Vorteil ist, dass ihr direkt starten könnt, ohne dass ein ganzer Tag für die An- und Abreise draufgeht. Gerade bei Kurzurlauben ein echter Vorteil.

Ein Wasserfall am Triberg im schönen Schwarzwald in Deutschland

Der Triberg im Schwarzwald