Laut Plastikatlas 2019 verursacht jeder Deutsche etwa 38 Kilogramm Plastikmüll pro Jahr – von Zero Waste sind wir ganz klar weit entfernt.

Mit unseren 5 Tipps zeigen wir, wie es ganz einfach gelingen kann, Müll im Alltag zu reduzieren.

1. Unverpacktläden

Um der Verpackungsflut in Supermärkten zu entfliehen, existieren in vielen deutschen Städten mittlerweile sogenannte Unverpackt-Läden. Dort gibt es alles, was das Herz begehrt und was für die heimische Küche notwendig ist: Von Nudeln über Schokolade und Nüssen bis hin zu Essig und Öl ist dort alles erhältlich – nur eben frei von Verpackungen. Um die Lebensmittel mit nach Hause zu nehmen, bringen Kunden ihre eigenen Behälter mit. Diese können dann nach Herzenslust mit den Lieblingswaren befüllt werden. Gezahlt wird dann ganz einfach nach dem Gewicht der Ware. Neben der Müllreduktion ist das Gute an den Unverpackt-Läden, dass man einfacher einen Überblick über die Menge seiner Einkäufe erhält und auch wirklich nur so viel kauft, wie man auch braucht. Die Kilogramm Preise sind zwar meist ein klein wenig höher, als in großen Supermärkten, dafür sinkt aber die Gefahr, dass man große Mengen an Lebensmitteln unverbraucht entsorgt. Außerdem bekommt man für sein Geld auch genau das, wofür man bezahlt hat, denn Mogelpackungen gibt es hier nicht.

Häufig finden sich in Unverpacktläden auch Haushaltswarenabteilungen, in denen man z.B. Spülbürsten, Brotdosen oder auch Trinkflaschen, frei von Plastik erwerben kann.

2. Wochenmärkte und Einzelhandel

Lebensmittel wie frisches Obst oder Käse kann man besonders gut auf Wochenmärkten erwerben. Damit hat man nicht nur die Möglichkeit, frei von Plastik einzukaufen, sondern unterstützt gleichzeitig lokale Bauern. Dadurch fallen weite Transportwege der Waren weg, wodurch Emissionen eingespart werden können. Achtet aber unbedingt darauf, dass die Waren auch von den eigenen Höfen kommen und nicht von weit her importiert wurden.

Kleine Bio-Läden bieten häufig ebenfalls eine Auswahl plastikfreier und regionaler Produkte an, sodass sich ein Besuch auf jeden Fall lohnt. Generell gilt, dass kleine Läden oft kulanter sind, was spezielle Wünsche betrifft und auch das Sortiment einfacher nach den Wünschen der Kunden ausgerichtet werden kann. Mitarbeitern großer Supermarktketten sind leider häufig die Hände gebunden.

Einige Supermärkte bieten dafür die Möglichkeit, für frische Waren, zum Beispiel von Käsetheken, wiederverwendbare Container zu verwenden. Mit Hilfe eines Pfandsystems können die benutzten Container zur Reinigung im Supermarkt abgegeben werden und dann ganz einfach ein neuer Container, gefüllt mit den gewünschten Waren, mitgenommen werden.

3. Kosmetik

Plastikfreie Kosmetik bieten mittlerweile auch einige großen Drogeriemärkte in Deutschland an. Dort sind neben Naturkosmetik beispielsweise auch Shampoos am Stück erhältlich, die ihr in Papierverpackungen kaufen könnt. Auch Mundhygieneprodukte wie Zahnbürsten und Zahnpasta gibt es frei von Plastik zu kaufen. Bambuszahnbürsten oder Zahnputzpastillen schaffen beispielsweise Abhilfe, wenn ihr eure Zähne ohne Plastik putzen wollt und machen sich im Badezimmer ganz besonders gut. Wer vor den unkonventionellen Alternativen bisher zurückgeschreckt ist, dem kann nur gesagt werden, dass sich der Umstieg in jedem Fall lohnt und sich die Ergebnisse vom Shampoo oder Bodylotion am Stück, Zahnputzpastillen usw. definitiv sehen lässt.

4. Do it yourself

Als weitere Möglichkeit, frei von Plastik zu leben, gibt es natürlich die Methode, Produkte ganz einfach selber herzustellen. Dazu gibt es im Internet zahlreiche DIY Tutorien, wie man Kosmetika wie Zahnpasta, Seife oder auch Peelings selber herstellen kann (wie zum Beispiel hier https://utopia.de/galerien/kosmetik-selber-machen/#1 ). Falls ihr abgeneigt seid, euch als Chemiker zu versuchen, helfen auch schon Tricks, wie z.B. alte T-Shirts als Putzlappen zu benutzen oder aus alten Handtüchern kleine Abschminkpads herzustellen, um zusätzlichen Abfall zu vermeiden.

5. Secondhandläden

Oft wird Kleidung anteilig oder komplett aus Kunststoffen produziert; insbesondere bei Funktions- und Sportkleidung ist das extrem häufig der Fall. Ein Besuch im Secondhandladen kann nicht nur Spaß machen, sondern auch Abfälle reduzieren. Anstatt neuproduzierte Kleider zu kaufen und kaum getragene T-Shirts und Hosen einfach wegzuschmeißen, können dort getragene Kleider abgegeben und „neue alte“ Kleider erworben werden. Auch Secondhandmöbel sind häufig einen Blick wert, da man dabei, neben dem Vorteil des ökologischen Aspekts, auch noch eine Menge Geld sparen kann.

Generell gilt für die Abfallvermeidung im Alltag: kreativ sein, neue Sachen ausprobieren und beim Einkaufen nie den Stoffbeutel vergessen!