Neben Familie, Geschenken und leckerem Essen ist der Tannenbaum wohl eins der ersten Dinge, das vielen in den Kopf kommt, wenn sie darüber nachdenken, was das Weihnachtsfest ausmacht. Wunderschön anzusehen ist er, stimmungsvoll – und eine absolute Klimasünde. Aber keine Bange, in diesem Artikel erfährst du, wie du zu einem nachhaltigen Weihnachtsbaum kommst. Gut für dich, gut für die Umwelt.

Fakten

  • 23-25 Millionen Weihnachtsbäume werden jedes Jahr in deutschen Haushalten aufgestellt. Das ist mehr als in jedem zweiten, dabei feiern viele das Fest gar nicht bei sich zu Hause.
  • Tanne, Kiefer und Co. wachsen acht bis zwölf Jahre – und „überleben“ nur etwa zwei Wochen als Weihnachtsbaum.
  • 90 % der Bäume stammen aus Deutschland. Dafür werden zwischen 30 und 50 Tausend Hektar Anbaufläche verbraucht, die stattdessen für den Anbau von Nahrungsmitteln dienen könnten.
  • Damit die Bäume gerade und füllig wachsen, kommen eine Menge umweltschädlicher Dünger, Herbizide und Pestizide zum Einsatz. Das schadet nicht nur der Umwelt, sondern auch unserer Gesundheit, wenn wir um unseren Tannenbaum herum im Wohnzimmer sitzen.
  • Verbunden mit dem Verkauf der Weihnachtsbäume sind hohe Transport-Emissionen, eine enorme Fülle an Plastikmüll und ein teurer Entsorgungsaufwand.

Und nun?

Nein, wir wollen euch Weihnachten nicht vermiesen. Wir haben recherchiert und geben euch Tipps wie euer Weihnachtsbaumkauf in diesem Jahr umweltfreundlich und nachhaltig ausfällt.

Tannenbaum im Netz, bereit für den Transport.

© James Farley | Das Geschäft mit Tannenbäumen ist riesig – und kurzlebig

Tannenbäume für Weihnachten

© Reginal | Ökologisch gewachsene Bäume aus dem Waldstück nebenan sind eine umweltschonende Alternative

Der Öko-Baum

Nicht alle Bäume wachsen in pestizidverseuchten Weinachtsbaumkulturen. Es gibt sie, die nachhaltigen Weihnachtsbäume, die unter ökologischen Bedingungen heranwachsen. Der Einsatz von Pestiziden,  Mineraldünger und Wachstumsregulatoren ist hier tabu. Das heißt auch, dass die optischen Ansprüche an den Baum vielleicht etwas heruntergefahren werden müssen – dafür ist er natürlich. Leider sind es vermutlich weniger als ein Prozent der deutschen Weihnachtsbäume, die unter kontrolliert ökologischen Bedingungen wachsen. Wie also finde ich sie? Zu erkennen sind die Öko-Tannenbäume an den Siegeln der Umweltverbände (vor allem Bioland, Biokreis, Demeter, Naturland, EU-Bio). Eine Liste aller Verkaufsstellen wird einige Wochen vor Weihnachten von der Aktionsgemeinschaft Robin Wood veröffentlicht.

Der regionale Baum

Einer der wesentlichsten CO2-Treiber im Weihnachtsbaumgeschäft sind die weiten Transportwege, die viele Bäume hinter sich haben. Es empfiehlt sich daher, beim Forstamt vor Ort nachzufragen. Oft gibt es die Möglichkeit, bei lokalen Förster*innen einen Tannenbaum aus heimischen Wäldern zu erwerben.

Der gemietete Baum

Inzwischen gibt es einige Anbieter, die dir einen lebenden Weihnachtsbaum im Topf ausleihen. Dieser wird langsam an wärmere Temperaturen gewöhnt (z. B. in der Garage), darf über die Feiertage unter besonderer Pflege (regelmäßig gießen und mit Wasser besprühen) ins Wohnzimmer und wird danach entweder wieder abgeholt oder von dir eingepflanzt.
Wenn diese Alternative für dich in Frage kommt, schau dich unbedingt nach einem Anbieter – vor allem Baumschulen und Förstereien – in deiner Nähe um! Bäume im Topf sind ungleich schwerer als gefällte Bäume, was sich selbstverständlich in den Transport-Emissionen niederschlägt. Deine Online-Suchmaschine hilft dir. Auch beim Mieten eines Weihnachtsbaumes solltest du auf Öko-Siegel achten, daher bitte nicht beim Baumarkt oder Discounter ausleihen. Einen ausführlichen Artikel zum Mieten von Weihnachtsbäumen findest du bei Utopia.

Kein Baum

Vielleicht brauchst du gar keinen Baum in deiner Wohnung, wenn du die Feiertage über eh bei der Familie verbringst. Oder du dekorierst eine Zimmerpflanze oder einen Strauß Tannengrün in der Vase. Wenn du etwas handwerklich begabt bist, kannst du dir auch einen Tannenbaum basteln. Du glaubst gar nicht, wie dekorativ und festlich das aussehen kann! Inspiration und Anleitungen findest du auf Pinterest.

Lieber nicht: Der Plastik-Baum

Sie sehen immer echter aus und glänzen durch (unnatürlich) schöne Symmetrie und Fülle. Dennoch:
Durch eine Plastiktanne entstehen in etwa 48,3 kg CO2 – mehr als das 15-fache eines natürlichen Tannenbaums. Von einer nachhaltigen Alternative kann hier also nicht die Rede sein. Lieber die Finger davon lassen und die oben genannten Anregungen in Betracht ziehen.

Kleiner Schmuck-Tannenbaum für den Tisch

© Oleg Zaicev | Weihnachtsbäume im Topf können nach dem Fest zurückgegeben oder eingepflanzt werden