Dass wir uns vor den aggressiven Sonnenstrahlen besonders in der sommerlichen Mittagssonne schützen sollen, um das Hautkrebsrisiko möglichst gering zu halten, sollte jedem bekannt sein. Doch mit was genau cremen und sprühen wir uns überhaupt ein? Ist das unbedenklich?

Blauer Himmel mit Sonne und Sonnenschirm
© geralt @pixabay | Schütze dich stets vor der UV-Strahlung, um Hautkrebs zu vermeiden.

Wirkungsweise, Anwendung und LSF

Sonnencreme wirkt mit UV-Filtern, die sich wie folgt unterscheiden:

    • chemisch bzw. organisch
    • mineralisch bzw. anorganisch / physikalisch.

Nicht irritieren lassen: Manchmal findet man auch die Abkürzung „SPF“. Das ist lediglich der englische Begriff für Lichtschutzfaktor (= sun protection factor).

Wichtig hierbei ist nicht nur die Höhe des Lichtschutzfaktors für einen größtmöglichen Schutz, sondern auch vor was er schützt – das sollten nämlich UV-A- und UV-B-Strahlen sein. Erstere lassen die Haut altern, die UV-B-Strahlen verbrennen die Haut.

Daher wird ein LSF von mindestens 20 empfohlen, für Kinder und Menschen mit heller Haut mindestens 30. Je höher desto besser. Würde deine Haut 10 Min einem Sonnenbrand standhalten und du verwendest einen Schutz mit LSF 25, bist du maximal 250 Min geschützt. Besser ist es aber, die Zeit nicht auszureizen.

Schon trotz Sonnencreme einen Sonnenbrand bekommen? Hinterfrage, ob du die Creme genügend großzügig aufgetragen hast. Den Fehler machen sehr viele Menschen. Als Faustregel gilt: 2 mg Sonnencreme pro Quadratzentimeter Haut. Das entspricht bei einem durchschnittlichen Erwachsenen ca. 6 TL für den gesamten Körper. Solltest du viel schwitzen, bspw. durch Sport, oder schwimmen gehen, ist es wichtig, sich danach erneut einzucremen.

Zur Mittagszeit sollte ohnehin bestmöglich die pralle Sonne gemieden werden. Wenn du trotzdem die Zeit im Freien verbringen möchtest, suche dir ein schattiges Plätzchen oder schütze deine Haut mit Textilien und deinen Kopf mit einem schicken Hut.

Hände mit Creme auf gelbem Untergrund
© Moose Photos @pexels | Sonnencreme sollte nie zu sparsam aufgetragen werden.

Chemische UV-Filter

Diese organischen Moleküle absorbieren die Sonnenstrahlen geben sie in Form von Wärme ab. Da sie erst nach 30 Min wirken, solltest du dich damit bereits eincreme, bevor du in die Sonne gehst. Dabei sind sie in der Anwendung besonders praktisch: leicht zu verteilen und auch – vergleichsweise – leicht von der Haut zu entfernen.

Man vermutet jedoch, dass die Cremes in seltenen Fällen Kontaktallergien auslösen. Ein größerer Kritikpunkt ist allerdings, dass sie zudem eventuell auf unseren Hormonhaushalt einwirken. Das fand man bei – zu dem Zeitpunkt noch durchführbaren – Tierversuchen raus. Dabei wird v.a. auf Oxybenzon hingewiesen.

Vorsichtshalber wird aber eine deutlich geringere Menge der Filter eingesetzt als bei den Tierversuchen. Schwangere und Kinder sollten trotzdem auf mineralische Filter zurückgreifen.

Mineralische UV-Filter

Die – auch „anorganisch“ oder „physikalisch“ genannten – Filter reflektieren die Sonnenstrahlen auf der Haut wie ein Spiegel. Dafür verantwortlich sind kleine Partikel aus Zink oder Titan.

Sonnencremes dieser Art überzeugen damit, dass sie gut verträglich sind und die Partikel nicht zerfallen. Somit entstehen keine allergischen Reaktionen.

Allerdings sind sie auch umständlicher in der Anwendung, da sie sich die Creme nicht so leicht verteilen lässt. Was zudem oftmals stört, sind weiße Rückstände auf der Haut, die die Partikel hinterlassen. Das nennt sich „Weißeleffekt“ und rührt daher, dass nicht nur das UV- sondern auch das sichtbare Licht reflektiert wird. Zudem verbleibt die Sonnencreme länger auf der Haut, weil sie sich schwerer entfernen lässt. Dadurch kann sie sich in der Hornschicht ansammeln und die Haut austrocknen.

Hinweis: Naturkosmetik muss sich immer auf mineralische Filter zurückgreifen.

Sonnencreme und -brille mit Handtuch auf Strandsand
© kaboompis @pixabay | Chemische und mineralische UV-Filter wirken auf ganz unterschiedliche Art und Weise.

Mineralische Filter in Nanogröße

Um den Weißeleffekt zu umgehen, verwenden manche Hersteller nanokleine Filter. So lassen sie sich leichter auf der Haut verteilen. Um sich das kurz bildlich vor Augen zu führen: da siehst du nix. Zumindest mit dem bloßen Auge, denn 1 Nanometer ist gerade mal der millionste Teil eines Millimeter.

Da die Partikel so winzig klein sind, steht noch die Frage im Raum, ob sie über die Haut vom Körper aufgenommen werden. Tatsächlich kann das bei z.B. verletzter, kranker oder sehr trockener Haut passieren. Gesunde Haut soll aber einen ausreichenden Schutz bieten.

Auswirkungen auf die Umwelt

Korallen mit Fischen
© Francesco Ungaro @pexels | Nano-Partikel töten nicht nur Korallen, sie stören auch die Entwicklung der Fische.

Bei der Auswahl unseres Sonnenschutzes sollten wir nicht nur an uns, sondern auch an die Umwelt denken. Ein sehr großer Anteil der Produkte ist nämlich bedenklich für die Natur. Es ist nachgewiesen, dass die Inhaltsstoffe Octocrylen, Oxybenzon und Benzophenon u.a. das Absterben von Korallen fördern und die Entwicklung von Fischen beeinflussen. Daher gilt mittlerweile auf einigen Inselstaaten bereits ein Verbot für Sonnencremes mit bestimmten Stoffen.

Aber auch die andere Seite der Medaille, die mineralischen UV-Filter, ist nicht ungefährlich für die Meeresbewohner. So wurde nachgewiesen, dass Wasserflöhe durch Titandioxid-Nanopartikel gesundheitliche Einschränkungen in Form von geringerer Schwimmfähigkeit und somit einer geringeren Lebenserwartung erleiden. Da die kleine Flöhe ein sehr wichtiger Teil des Ökosystems sind, hat das verheerende Folgen auf ganze Nahrungsketten.

Wie man die Auswirkungen der Nanopartikel auf die Wasserflöhe erforschte, kannst du in diesem spannenden Artikel der Universität Siegen nachlesen. Es lohnt sich!

https://www.uni-siegen.de/start/news/forschungsnews/905750.html

Sonnencreme entsorgen

Die Plastikflaschen werden – sofern sie recyclebar sind – im gelben Sack entsorgt. Achtung: ohne Inhalt! Der gehört in den Restmüll, nicht in den Ausguss.

In Pappe verpackte Sonnencreme-Sticks, wie von We love the planet oder Sol de Ibiza, werden nach dem Aufbrauchen im Papiermüll entsorgt.