Die Tage werden wieder kürzer und der Winter nähert sich. Mit der Ankunft der kalten Jahreszeit startet für viele Insektenarten die Vorbereitung fürs Überwintern. Distelfalter fliegen gen Süden, um dort den Winter zu verbringen und kleine Marienkäfer suchen sich in Städten ein lauschiges Plätzchen, um den Frost zu überstehen. Während Hummeln im Herbst einen Generationenwechsel vollziehen, überwintern Solitärbienen, also Wildbienen ohne Staat, als Biene oder Bienenpuppe in einem Kokon. Platz finden die gestreiften Tierchen in hohlen Ästen oder auch im Boden. Ein besonders gutes Quartier bieten auch Insektennisthilfen, die verantwortungsbewusste Tierfreunde unseren fleißigen Helfern in ihrem Garten aufstellen können.

In Zeiten glatt gemähter Rasenflächen und versiegelter Oberflächen in deutschen Städten fällt es den Insekten jedoch immer schwieriger, ein passendes Quartier zu finden. Deshalb ist es von enormer Bedeutung, den Insekten wieder einen Platz zum Leben und Überwintern zu schaffen, um das Insektensterben zu stoppen. Wer nicht gleich seinen gesamten Garten umgraben will, kann schon mit diesen vier kleinen Maßnahmen große Abhilfe schaffen und den hilflosen Tierchen einen Unterschlupf bieten.

1. Es hilft zum Beispiel, Pflanzenstängel oder Altholz im Garten zu belassen, um Hohlräume zu schaffen, in die sich zum Beispiel Wildbienen zurückziehen können. Auch Steinhaufen sind ein beliebter Unterschlupf.

2. Der Rasen sollte erst im Spätfrühling gemäht werden, da viele Arten den Boden über den Winter als Unterschlupf nutzen.

3. Stauden und Gehölze sollten am besten erst im Frühling beschnitten werden, um den Lebensraum zahlreicher Arten zu erhalten, die sich über den Winter zum Beispiel im Gehölz verpuppen.

4. Ein Insektenhotel bietet für viele verschiedene Arten einen idealen Rückzugsraum und lässt sich gerade an einem verregneten Herbsttag mit der Familie bauen.

Dabei sollten jedoch einige Punkte beachtet werden:

  • Das Holz sollte am besten schön hart und abgelagert sein, damit es nicht splittert
  • Das Hotel sollte an einem sonnigen Standort aufgestellt werden, an dem es vor Regen, Wind und natürlichen Feinden wie Vögeln geschützt ist
  • Wenn Röhrchen und Halme als Unterschlupf dienen sollen, müssen diese vollständig frei von Splittern und Fasern sein, an denen die Flügel der Tiere hängen bleiben könnten
  • Löcher im Holz sollen stets senkrecht zur Faserrichtung gebohrt werden, damit keine Risse entstehen, in denen sich Pilze einnisten und die Brut der Tierchen vernichten können

Darüber hinaus kann jeder, sofern er die finanziellen Möglichkeiten hat, etwas gegen Insektizide tun, die maßgeblich für den Rückgang der Insektenvielfalt verantwortlich sind. Dazu sollte beim Einkauf von Obst und Gemüse auf Produkte aus biologischem Anbau zurückgegriffen werden, die gänzlich auf die Nutzung der hochgiftigen Pestizide verzichten.